Andacht

Andacht über

1. Mose 9, 13

Meinen Bogen habe ich gesetzt in die Wolken; der soll das Zeichen sein des Bundes zwischen mir und der Erde.

„Und (Jesus) antwortete und sprach zu (den Pharisäern und Schriftgelehrten): Die böse und ehebrecherische Art sucht ein Zeichen; und es wird ihr kein Zeichen gegeben werden…“ (Matthäus 12, 39). Das „Zeichen“ ist eine Machttat des allmächtigen Gottes, die für Menschen nicht erklärbar ist. Der Versuch, missbräuchlich darüber zu verfügen, ist strafbar; er verstößt gegen das Zweite Gebot (vgl. 2.Mose 20, 7). Die Pharisäer und Schriftgelehrten kannten natürlich dieses Gebot. Aber sie waren sich sicher, dass Jesus eben nicht Gottes Sohn ist.

Wer jedoch in Glaubensnot ist, wie Gideon (vgl. Richter 6, 11ff), der darf um ein Zeichen ersuchen. Ja, der wird von Gott geradezu ermuntert, sich ein Zeichen zu erbitten, wie König Ahas (Jesaja 7, 10f). Gott setzt seine Zeichen ein, um einzelnen Menschen oder der Menschheit zu helfen. So hat der himmlische Vater, so hat Jesus Christus, Zeichen verwendet, z. B. die Errettung Isaaks (1. Mose 22, 11ff) oder die Stillung eines Sturmes (Matthäus 8, 23f f). Auch die Heilung unheilbar behinderter Menschen (z.B. Johannes 9, 1ff) gehört dazu oder die Auferweckung eines Toten (Johannes 11, 1ff).

„Meinen Bogen habe ich gesetzt in die Wolken; der soll das Zeichen sein des Bundes zwischen mir und der Erde“ zitiert unser Monatsspruch den himmlischen Vater. Der Menschheit zu Einsicht und zu Vernunft zu verhelfen, war sein Ziel, als er den Regenbogen in die Wolken stellte. Adam und Eva hatten ja vielleicht aus dem Sündenfall gelernt. Hatten vielleicht begriffen, dass Gottes Regeln für das menschliche Leben keine Gängelei sind, sondern dass der Mensch in Wahrheit durch sie erst frei wird. Aber spätestens ihr Sohn Kain hatte sich von seinen menschlichen Trieben leiten lassen – und war zum Mörder geworden. So musste Gott nach nur wenigen Generationen resigniert feststellen, dass die Menschen sich lieber nach den Einflüsterungen der Schlange (vgl. 1. Mose 3) richten, als nach seinem väterlichen Rat (vgl. 2. Mose 20). Er hatte die Unbelehrbaren mit der Sintflut weggespült, und mit Noah einen Neubeginn gestartet.

Die Menschen waren dennoch, von wenigen Ausnahmen abgesehen, wieder zu ihren Sünden zurückgekehrt. David war einer der wenigen gewesen, die nach seinen Regeln gelebt hatten – und aus seinen Nachkommen kam das gleichsam letzte „Zeichen“ des himmlischen Vaters, sein Sohn, der Messias: Jesus Christus (vgl. Jesaja 7, 14ff; 9, 6ff).

Jesus hat den Menschen vorgelebt, wie Gott sich die Gemeinschaft der Menschen mit Gott und untereinander vorstellt. Er bietet uns an, sich von ihm leiten zu lassen, unser Leben in seine Hände zu legen. Damit verbunden ist die Tilgung aller Sünden, aller unserer Missachtung und Kränkung des himmlischen Vaters. In den vergangenen zweitausend Jahren nahmen und nehmen viele Menschen dieses Angebot an.

Ein guter Vorsatz im neuen Jahr: Jesu Angebot annehmen und Ihr Leben in seine Hände legen.

Ein gesegnetes neues Jahr Ihnen allen.

Ulrich Lorenz, Berlin