Andacht

Sprüche Salomos 16, 24

Freundliche Reden sind Honigseim, süß für die Seele und heilsam für die Glieder.

Ein knuspriges Croissant mit goldgelbem Honig und frischer Butter: das zeigt das Kalenderblatt mit dem Monatsspruch „Freundliche Reden sind Honigseim, süß für die Seele und heilsam für die Glieder“ aus dem Buch der „Sprüche Salomos“, aus dem Alten Testament der Bibel. In manchen Übersetzungen heißt es auch „Buch der Sprichwörter“. Es ist eine Sammlung von Lebensweisheiten, gedacht wohl als Ratschläge für Heranwachsende und zur Unterstützung von deren Erziehung.

Ein leckeres Croissant mit Honig und Butter – das ist nicht nur für meine Tochter, die mir den Kalender mit den Monatslosungen und dazu passenden Bildern jeweils zu Neujahr schenkt, ein Inbegriff des Wohlseins, eben „heilsam für die Glieder“.

„Das ist mein Gebot, dass ihr euch untereinander liebet, gleichwie ich euch liebe“ (Johannes 15, 12) ist das Vermächtnis unseres Herrn und Heilands Jesus Christus an seine Jünger und damit an uns, die wir uns in seiner Nachfolge Christen nennen. Da ist es selbstverständlich, dass wir unseren Nächsten nicht unfreundlich ansprechen. Ganz gleich, ob in der Schlange an der Supermarktkasse oder in der drangvollen U-Bahn – es gibt keinen Grund, von diesem Gebot abzuweichen. Auch wenn uns das zuweilen nicht leichtfällt.

„Freundliche Reden“ sind aber auch für uns „Honigseim“. Speziell dann, wenn unsere Seele Trauer trägt oder sich ängstet, wenn wir uns um unseren kranken Lebenspartner sorgen oder um unser Wohlergehen im Alter. Leider ist nicht stets jemand verfügbar, der uns tröstet und in den Arm nimmt. Dann aber wird uns Gottes Wort zum treuen Begleiter. „Der Liebesbrief Gottes an uns Menschen“, die Bibel, ist voller freundlicher Reden, tröstender Worte und aufmunternder Sprüche. Und zwar nicht nur in Weisheitsbüchern wie den „Sprüchen Salomos“.

In der ganzen Heiligen Schrift finden sich immer wieder für jede Lebenslage tröstende oder aufbauende, warnende und bestätigende Hinweise. Man muss sie nur suchen, sie werden sich finden lassen. Schauen Sie z. B. bei Jesaja im 41. Kapitel nach; da finden sich ab Vers 8 viele ermunternde und stärkende Sätze, die Ihnen Mut für Ihre Zukunft machen werden. Denn alle diese Reden können Sie getrost auf sich beziehen.

Ganz besonders „ergiebig“ sind natürlich die Psalmen. Denn sie stammen ja oft genug aus Gebeten, die in einer Notlage gebetet wurden. Oft ist die Not des Beters überwunden – dann ist auch die Danksagung enthalten.

Unter den Psalmen zeichnet sich der 23. Psalm besonders aus. Zum einen, weil er mit der einleitenden Feststellung, „Der HERR ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln“ (Vers 1) einen unbegrenzten Trost bieten kann. Lassen Sie einmal den zweiten Teil auf sich wirken: alles, was ich für mein Leben wirklich brauche, daran werde ich keinen Mangel haben! Wow! In den weiteren Versen werden dann Beispiele für die umfassende Fürsorge meines Hirten für mich genannt.

Besonders aber ist dieser Psalm für uns wesentlich, weil unser Herr Jesus Christus selbst von sich sagt: „Ich bin der gute Hirte. Der gute Hirte lässt sein Leben für seine Schafe“ (Johannes 10,12). Er ist es also, der uns versorgt, der uns umsorgt, und der mit seinem Opfertod am Kreuz die für unsere Sünden fällige Strafe auf sich genommen hat. Wir brauchen ihm nur zu folgen.

Danke, Jesus!

Ulrich Lorenz, Berlin