Andacht

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Missional

Bei der Vorstellung der Gemeindeentwicklung ist immer wieder das
Wort „missional“ gefallen. Was soll das eigentlich bedeuten und was
heißt das für uns?


Das Wort selbst ist ein Begriff, der so in der Bibel nicht vorkommt. Das
ist nicht schlimm, denn wir benutzen viele Wörter, die so in der Bibel
nicht vorkommen („Kindergottesdienst“, „Konfirmandenunterricht“,
„Hauskreis“, „Kleingruppe“, „Gebetstreffen“, „LKG Westend“ u.v.m.). Es
geht um einen theologischen Begriff, der einen Inhalt verdeutlichen
soll. Das Wort selbst stammt aus dem 19. Jahrhundert (C.E. Bourne: „The
Heros of African Discovery and Adventure“ London, 1886).
Der Lutherische Weltbund definiert „missional“ so: „Mission ist das
Wesen der Kirche, nicht nur eine Tätigkeit der Kirche neben anderen.“


Das heißt: Es geht nicht zuerst um ein Projekt, eine Aktion oder ei-
nen Termin mehr im Gemeindeprogramm. Sondern es geht um das
Selbstverständnis der Gemeinde Jesu. Weil Gott ein Gott der Mission ist,
deshalb ist auch Seine Gemeinde ein Organismus der Mission.


Dass Mission ein Teil von Gottes Charakter ist, sehen wir quer durch
die Bibel: Er erschafft die Menschen und gibt ihnen den Auftrag: „Seid
fruchtbar und mehret euch!“. Sie sollen sich auf der ganzen Erde aus-
breiten: Mit Gott und miteinander. Gott beauftragt Abram: Abram soll
seine Heimat verlassen und in ein Land ziehen, das Gott ihm zeigen
wird. Zugleich wird Abram verheißen, Nachkommen wie Sand am
Meer zu bekommen. Das Volk Israel soll ein Segen in und für die Welt
sein, also eine himmlische Auswirkung für diese Erde haben. In Jesus
Christus selbst sehen wir sehr konkret, wie der Gott der Mission ist: Er
geht hin, segnet, heilt, befreit, spricht Wahrheit und zieht in die Gottesgemeinschaft hin. Dafür opfert Jesus Sein Leben. Und dafür lässt Gott
Ihn von den Toten auferstehen.

Die Worte Jesu aus Matthäus 28,18 ff.
sind somit weniger ein Befehl zur Mission, sondern sie sind der Herz-
schlag Gottes: Er liebt diese Welt und will sie retten und heilen. Es ist
immer wieder die Aussendung in die Welt: für Gott und Menschen. In
dieser Linie steht die Gemeinde Jesu.


Als Gemeinde entspricht es unserem Wesen, in Gottes Mission zu le-
ben. Das, was Jesus getan hat, sollen wir nun in Seinem Namen tun.
Das heißt: Alle Völker zu Nachfolgern Jesu machen, indem wir hin-
gehen. Und dann bezeugen wir das Evangelium in Wort UND Tat: wir
beten, reden, segnen, dienen, packen an … damit Gott geehrt wird und
Menschen in die Gottesgemeinschaft finden.


Was heißt das für uns?
Wenn wir das ernst nehmen wollen, dann müssen wir uns das fragen:
Wie machen wir das?
Inwiefern sind unsere Programme und Angebote, unsere Treffen
und Aktionen „missional“? Inwiefern tragen sie dazu bei, dass Gottes
Herzschlag Raum findet: Dass Menschen aus allen Völkern zu Christus
finden? Und wenn unsere Aktionen nicht dazu beitragen: Warum tun
wir sie dann? Und wenn sie nicht dazu beitragen: Was können wir tun,
damit sie Gottes Herzschlag entsprechen?


In der weiteren Gemeindeentwicklung werden wir uns mit solchen
Fragen auseinandersetzen. Auf dass Gemeinde so aufblüht und die
Welt so gesegnet wird, wie es Jesus Christus will!


Dirk