Andacht

Andacht über

1. Korinther 1, 9

Gott ist treu.

„Ich danke meinem Gott allezeit euretwegen für die Gnade Gottes, die euch gegeben ist in Christus Jesus, … Denn Gott ist treu (das ist der Monatsspruch), durch den ihr berufen seid zur Gemeinschaft seines Sohnes Jesus Christus, unseres Herrn“ (1. Korinther 1, 4.und 9). Mit „Dank“ und „Treue“ begrenzt der Apostel Paulus einen wesentlichen Abschnitt seines Briefes an die Gemeinde in Korinth. Dieser einleitende Teil des ersten Briefes an die Korinther enthält das Evangelium, die frohe Botschaft Jesu Christi gleichsam wie in einer Nussschale. „Dank“ und „Treue“ sind zentrale Begriffe dieser Botschaft, aber auch unseres Lebens.

Danken, dem Busfahrer der die Tür noch einmal geöffnet hat, als er uns herankommen sah, danken aber vor allem dem himmlischen Vater. Denn er hat uns geschaffen und er gestaltet tagtäglich unser Leben. Wir bilden uns zwar oft ein, selbstbestimmt durchs Leben zu gehen. Tatsächlich aber verfallen wir ständig den Verlockungen Satans, wie z. B. Eva (vgl. 1.Mose 3), König David (vgl. 2. Samuel 11) oder Petrus (Matthäus 26, 75ff). Jeder von uns kennt ähnliche Beispiele aus dem eigenen Leben. Dabei haben wir immer feststellen müssen, dass unsere selbstgewählten Wege stets in die Irre führten, uns in Schwierigkeiten brachten, uns scheitern ließen.

Deshalb sagen wir „Danke“ dem himmlischen Vater, weil er uns führt und leitet und weil er uns seinen Sohn Jesus offenbart hat. Noch mehr, dass dieser sein Leben geopfert hat, damit alle unsere Verfehlungen, alle unsere Schuld gegenüber Gott und den Menschen uns nicht zugerechnet, sondern mit Jesus ans Kreuz geheftet wurde (Brief an die Kolosser 2, 14). Dieser Dank umfasst auch unsere Ehrfurcht, unseren Respekt vor der unbeschreiblichen Heiligkeit Gottes. Wie sollten wir, befleckt durch unsere Schuld, belastet durch Selbstsucht, durch Neid, Lieblosigkeit und Niedertracht vor Gott bestehen können? Jesus aber versichert uns, „er selbst, der Vater, hat euch lieb, weil ihr mich liebt und glaubt, dass ich von Gott ausgegangen bin“ (Johannes 16, 27).

Jesus hat die Schuld aller Menschen, damals wie heute und morgen auf sich genommen und mit seinem Leben gesühnt in einem qualvollen und schmählichen Sterben am Kreuz von Golgatha. Gott ist der wunderbare Treue, der nicht in seiner Liebe zu uns Menschen wankend wird. Gott schenkt nicht nur Gnade und sein Wort. Er ist wunderbar treu in allem Geschehen, das unser Leben ausmacht, in jedem Ereignis, das uns die Bibel schildert – überall erweist sich der himmlische Vater als der Beständige, als der Verlässliche. Er hält Abraham seine Versprechen, auch wenn es lange Zeit braucht, bis sie in Isaak verwirklicht werden. Gott schließt einen Bund mit dem Volk Israel, indem er ihm die zehn Gebote gibt, die Richtschnur zum Leben. Gott lädt ein zum Bund. Gott bindet sich an seinen Bund. Wer in die ausgestreckte Hand Gottes einschlägt, der hat einen treuen Partner an seiner Seite, der ist berufen zur Gemeinschaft mit Jesus Christus. Der darf Gott, den allmächtigen Schöpfer Himmels und der Erde, seinen Vater im Himmel nennen durch Jesus.

Auch Sie!

„Er ist der Fels. Seine Werke sind vollkommen; denn alle seine Wege sind recht. Treu ist Gott und kein Böses an ihm, gerecht und wahrhaftig ist er“ (5. Mose 32,4).

Ulrich Lorenz, Berlin