Andacht

Andacht über
Psalm 139, 14

Ich danke dir dafür, dass ich wunderbar gemacht bin;
wunderbar sind deine Werke; das erkennt meine Seele.

„Und Gott sah an alles, was er gemacht hatte, und siehe, es war sehr gut. Da ward aus Abend und Morgen der sechste Tag“ (1. Mose 31). Die Bibel schildert auf ihren ersten Seiten detailliert die Entstehung der Welt, wie wir sie kennen. Wir können dem himmlischen Vater dabei zusehen, wie er liebevoll auch die kleinsten Einzelheiten gestaltet, sich um den Farbfleck auf dem Flügel des Tagpfauenauges ebenso kümmert, wie um die Körpermassen von Wal und Elefant. Ganz besondere Sorgfalt legt er in die Erschaffung der Menschen, denn sie sollen ja seine Partner werden. Ihnen widmet er sich mit besonderer Liebe.
Selbst als die Menschen ihn enttäuschen, als sie seine zärtliche Zuwendung mit Lüge, Neid und Misstrauen erwidern, lässt seine Liebe zu ihnen ihn noch für sie sorgen: er macht ihnen Kleidung, damit sie nicht gehüllt in Feigenblätter ihr Dasein fristen müssen.
Gottes beständige Liebe zu den Menschen blieb unerwidert. Der ganze erste Teil der Bibel, das „Alte Testament“, legt davon Zeugnis ab. Nur wenige Menschen waren es, die Gott treu waren. Unter ihnen der Hirtenjunge David, der im Verlauf der Geschichte unter Anleitung und Führung durch den himmlischen Vater zum erfolgreichsten König Israels wurde.
Er hat neben vielen weiteren den Psalm 139 gedichtet, aus dem unser Monatsspruch stammt. Darin beschreibt David die liebevolle Nähe Gottes. Er bewundert die Schöpfung allgemein und sich selbst als Gottes Geschöpf: „Ich danke dir dafür, dass ich wunderbar gemacht bin; wunderbar sind deine Werke; das erkennt meine Seele.“
Rund 1000 Jahre nach David hat Gott das ultimative Angebot gemacht, Jesus. Er lebt vertrauensvoll mit liebevoller Zuwendung zu Gott und den Mitmenschen. Keine Sorge um die eigene Zukunft „was werden wir essen, wie werden wir uns kleiden“ (vgl. Matthäus 6, 31) trübt den Alltag. Man lebt voller Vertrauen in den himmlischen Vater getreu Davids Feststellung „Der HERR ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln“ (Psalm 23, 1). Jesus gibt den Menschen mit seinem Leben ein Vorbild und lädt sie zur Übernahme ein. Denn nur ein Leben in der Nachfolge Jesu ist ein gelungenes, wahrhaftes Leben. Jesus sagt es so: „Bleibt in mir und ich in euch. Wie die Rebe keine Frucht bringen kann aus sich selbst, wenn sie nicht am Weinstock bleibt, so auch ihr nicht, wenn ihr nicht an mir bleibt. Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und ich in ihm, der bringt viel Frucht; denn ohne mich könnt ihr nichts tun“ (Johannes 15, 4f).
Jesu Leben war getragen von Vertrauen in den himmlischen Vater. Sein Sterben war der Beweis dafür, dass Gott unser Leben immer liebevoll führt, auch – und vielleicht gerade – dann, wenn wir nicht verstehen, warum er uns ein schweres Leid zumutet. Wir haben keinen Anlass an der treuen Liebe des himmlischen Vaters zu zweifeln, selbst dann nicht, wenn wir von ihm düstere Wege geführt werden. „(Der HERR) führet mich auf rechter Straße um seines Namens willen. Und ob ich schon wanderte im finstern Tal, fürchte ich kein Unglück; denn du bist bei mir, dein Stecken und Stab trösten mich“ (Psalm 23, 3b f). So hat es David empfunden, so können wir es empfinden, wenn nicht unser Kleinglauben uns daran hindert.
Bleiben Sie mit Jesus verbunden, „denn er selbst, der Vater, hat euch lieb, weil ihr mich liebt und glaubt, dass ich von Gott ausgegangen bin“ (Johannes 16, 27).
Ulrich Lorenz, Berlin
Psalm 139, 14